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Ursula Ingold

Raku (jap. 楽焼, rakuyaki)

Der Ursprung des Raku steht in engem Zusammenhang mit dem Zen-Buddhismus und der Tee-Zeremonie in Japan. Herausgewachsen aus dem Cha-do, dem Teeweg, den wir Europäer Teezeremonie nennen, steht eine über 500 Jahre alte Keramikkunst dahinter, die gleichzeitig mit dem Familiennamen „Raku“ verbunden ist. Übertragen heisst dieses Wort auch Freude, Gelassenheit, Musse.

Die aus schamottiertem Ton geformten Stücke werden zunächst rohgebrannt und danach mit Raku-Glasur bepinselt oder übergossen.

Das glasierte oder unglasierte Gefäß wird – entgegen dem her-kömmlichen Verfahren Keramik zu brennen (langsames Abkühlen im geschlossenen Ofen) – wegen der starken Rauchentwicklung meist im Freien gebrannt. Bei diesem Niedrigbrand werden die rotglühenden Gefäße einzeln mit einer langen Zange bei Temperaturen um 1000 °C dem Ofen entnommen und ins Sägemehl eingebettet.

Die Glasuroberfläche reisst beim Abkühlen, wodurch das typische Krakelee entsteht.

Der entstehende Rauch (Kohlenstoff) lagert sich im unglasierten  Tonscherben ein (schwarz) und dringt auch durch die Haarrisse der Glasur.

Der Brennverlauf lässt sich beim Raku nur bedingt steuern, sodass jedes Stück ein unnachahmliches Unikat ist.